Veröffentlicht: 2023-07-04
Unternehmensgeschichte
Hermès
Sehen Sie sich die Finanzdaten von Hermès an.
Hermès ist ein Familienunternehmen, dessen Ursprünge in der Sattlerei und der feinen Lederverarbeitung liegen. Heute verdient das Haus sein Geld mit Luxusmode, die in den eigenen Boutiquen verkauft wird. In seinen Anfangsjahren wurde das Unternehmen durch seine Reitsportaccessoires weltberühmt. In der Modewelt ist Hermès für die Kelly- und Birkin-Taschen sowie den eleganten Seidenschal bekannt, der in mehr als 2.000 verschiedenen Motiven produziert wurde.
| Gegründet | 1837 |
| Gründer | Thierry Hermès |
| Hauptsitz | 24 Rue du Faubourg Saint-Honoré – 75008 Paris, Frankreich |
| Schlüsselpersonen |
Axel Dumas (Vorstandsvorsitzender) Henri-Louis Bauer (Geschäftsführer und Vorsitzender der Emile Hermès SARL) Éric de Seynes (Vorsitzender des Aufsichtsrats) Pierre-Alexis Dumas (Künstlerischer Vizepräsident) |
| Produkte |
Kleidung und Accessoires Parfüm Uhren und Schmuck Schuhe Schreibwaren Wohnaccessoires |
| Bereiche | Lederwaren, Schals aus Seide und Kaschmir, Krawatten, Damen- und Herrenmode, Parfüm, Uhren, Schuhe, Handschuhe, Schreibwaren, Emaille, Schmuck, Porzellan und Wohnaccessoires. |
| Webseite | Hermès.com und www.Hermès-international.com |
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1837: Eröffnung des ersten Geschäfts
Thierry Hermès, 1801 in Krefeld als Sohn einer deutschen Mutter und eines französischen Vaters geboren, eröffnete sein erstes Geschäft in Paris. Als meisterhafter Lederhandwerker spezialisierte er sich auf hochwertige Pferdegeschirre. Die herausragende Qualität seiner Produkte zog nicht nur die Pariser Gesellschaft an, sondern auch Adlige und Könige aus ganz Europa, darunter Napoleon III. persönlich. Bei den Pariser Weltausstellungen 1855 und 1867 wurde er für seine Arbeiten ausgezeichnet.
Erstes Geschäft von Hermès -
1878: Tod von Thierry Hermès
Der Firmengründer Thierry Hermès stirbt im Alter von 77 Jahren.
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1880: Charles-Emile Hermès übernimmt das Geschäft
Gemeinsam mit Charles-Emile Hermès übernimmt dessen Sohn Thierry Hermès die Geschäftsführung und verlegt den Firmensitz innerhalb von Paris in die 24 rue du Faubourg Saint-Honoré, wo das Unternehmen bis heute seinen Sitz hat. Dort setzt er die Tradition der Sattlerkunst fort und beliefert Märkte in Europa, Russland, Nordafrika, Asien und Amerika.
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1900: Verkauf der ersten Taschen
In diesem Jahr bringt Hermès mit der Haut à Courroies seine erste Tasche auf den Markt. Die unter dem Kürzel HAC bekannte Tasche verdankt ihren Namen den langen Tragriemen und wurde eigens dafür entworfen, einen Reitsattel zu transportieren. Reitsportaccessoires erfreuten sich weiterhin großer Beliebtheit.
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1902: Rückzug von Charles-Emile aus dem Geschäft
Nach dem Rückzug von Charles-Emile Hermès aus dem Geschäft übernehmen seine Söhne Adolphe und Emile-Maurice die Unternehmensleitung. Unter ihrer Führung erhält das Unternehmen den Namen Hermès Frères.
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1914: Belieferung des russischen Zaren
Emile-Maurice beliefert den russischen Zaren mit exklusiven Sätteln. Darüber hinaus sichert sich der Unternehmer das alleinige Nutzungsrecht für den Reißverschluss an Lederwaren und Kleidung und führt ihn damit als Erster in Frankreich ein.
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1918: Golfjacke für den Prinzen von Wales
In diesem Jahr fertigt Hermès eine Golfjacke aus Leder für Edward, den Prinzen von Wales.
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1919: Rückgang der Verkaufszahlen
Angesichts rückläufiger Verkaufszahlen bei Geschirren und Accessoires zieht sich Adolphe Hermès aus dem Unternehmen zurück. Sein Bruder Emile-Maurice übernimmt seinen Anteil.
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1922: Die erste Lederhandtasche kommt auf den Markt
Die erste Lederhandtasche des Unternehmens wird mit dem neuen patentierten Reißverschluss ausgestattet. Die kleine Version der Haut à Courroies entwirft Emile-Maurice persönlich auf Wunsch seiner Frau. Im selben Jahr bringt Hermès seinen ersten Ledergürtel heraus, bei dem einige Modelle bis heute das große „H“ als Schnalle tragen.
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1923: Patentierung eines Reißverschlusses
Als das Automobil aufkommt und das Geschäft mit Geschirr und Sattlerei zunehmend an Bedeutung verliert, stellt Emile-Maurice sein Geschäftsmodell um. Er patentiert einen neuartigen Reißverschluss, die sogenannte Hermès fermeture, und legt damit den Grundstein für mehrere Bekleidungslinien.
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1924: Expansion des Geschäfts in die Vereinigten Staaten
Hermès erschließt den amerikanischen Markt und eröffnet zwei Geschäfte in französischen Seebädern. In den 1920er Jahren holt Émile-Maurice seine drei Schwiegersöhne Robert Dumas, Jean-René Guerrand und Francis Puech als Teilhaber ins Unternehmen.
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1925: Erweiterung des Produktsortiments
Ab diesem Jahr ist die Golfjacke auch als Konfektionsware erhältlich. In den folgenden drei Jahren kommen Schmuck, Uhren und Sandalen hinzu.
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1928: Herstellung der ersten Taschenuhr
Die erste Taschenuhr entsteht in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Uhrenhersteller Movado. In den darauffolgenden Jahren fertigt Hermès weitere Modelle mit verschiedenen Uhrmachern, bis der Schweizer Hersteller Universal Genève Mitte der 1930er Jahre zum exklusiven Uhrenpartner des Hauses wird. Aus dieser Zusammenarbeit gehen zahlreiche Chronographen in 18-Karat-Gold oder Edelstahl hervor sowie elegante Art-déco-Damenarmbanduhren in 18-Karat-Gold, Edelstahl oder Platin, deren Zifferblatt den Schriftzug Hermès oder Hermès Universal Genève trägt.
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1929: Präsentation der ersten Couture-Kollektion
Das Unternehmen zeigt in diesem Jahr erstmals eine Couture-Kollektion in Paris.
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1930: Verkauf von Produkten bei Neiman Marcus
Hermès beginnt, seine Produkte in den USA über Neiman Marcus zu vertreiben.
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1937: Der ikonische Seidenschal erblickt das Licht der Welt
In diesem Jahr erblickt der ikonische Seidenschal das Licht der Welt. Hermès kontrolliert dabei jeden einzelnen Schritt der Produktion. Heute wird etwa alle 20 Sekunden irgendwo auf der Welt ein Seidenschal verkauft – erhältlich in über tausend Mustern, zu denen jährlich zwölf neue hinzukommen. Gleichzeitig baut das Unternehmen sein Sortiment weiter aus: Reithandschuhe, Gürtel und Sportbekleidung für Damen und Herren ergänzen das Angebot, dazu Reisetaschen für eine neue Zielgruppe, die Autofahrer.
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1938: Erweiterung der Kollektion
Ergänzt wird die klassische Kollektion durch das Armband Chaîne d'ancre, eine Reitjacke und ein passendes Ensemble. Zugleich schöpfen die Designer des Hauses ihre Inspiration aus Büchern, Gemälden und Kunstobjekten.
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1949: Die ersten Seidenkrawatten entstehen
Als einige Herren in Cannes die nahegelegene Hermès-Boutique aufsuchen, um Krawatten für das Casino zu erstehen, nimmt das Unternehmen die eigene Produktion von Seidenkrawatten auf.
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1951: Unternehmensführung geht an die Schwiegersöhne über
Nach dem Tod von Emile-Maurice übernehmen seine beiden Schwiegersöhne Robert Dumas-Hermès und Jean-René Guerrand-Hermès die Führung des Hauses. Damit sind sie die ersten Leiter des Unternehmens, die nicht in direkter Linie von Thierry Hermès abstammen. Zur gleichen Zeit eröffnet Hermès eine eigene Parfümabteilung.
In diesem Jahrzehnt werden auch das Logo der Kutsche Le Duc sowie die charakteristische orangefarbene Verpackung eingeführt. -
1951: Einführung des ersten Parfüms
Hermès bringt sein erstes Parfüm auf den Markt: den Herrenduft Eau d'Hermès.
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1956: Die Kelly Bag wird zum Erfolg
Als Grace Kelly versuchte, ihre Schwangerschaft hinter einer Hermès-Tasche zu verbergen, verhalf sie der Krokoleder-Tasche ungewollt zum Durchbruch: Die Kelly Bag war geboren. Dabei existierte das Modell bereits seit 1935 unter dem Namen Sac à Dépêches, hatte sich bis dahin aber nur schleppend verkauft.
Hermès Kelly Bag -
1961: Ausgliederung der Parfümsparte in eine Tochtergesellschaft
Mit der Einführung des Damendufts „Calèche“ gliedert das Unternehmen sein Parfümgeschäft in eine Tochtergesellschaft aus.
Damenduft Calèche -
1967: Catherine Karolyi entwirft die Damenmode
In den folgenden Jahren bis 1980 entwickelt die französische Designerin Catherine Karolyi die Damenmode des Hauses. Auf sie geht auch der Entwurf der berühmten H-Schnalle zurück.
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1970: Einführung des Herrendufts Equipage
Mit Equipage bringt Hermès einen weiteren Herrenduft auf den Markt. In den folgenden Jahren verschiebt sich der Trend zunehmend in Richtung Unisex-Düfte.
Herrenduft Equipage -
1972: Hermès präsentiert die ersten Damenhandschuhe
Hermès bringt erstmals Damenhandschuhe auf den Markt.
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1973: Die Welt von Hermès
Das Magazin „Die Welt von Hermès“ erscheint erstmals in Deutschland. Zwei Jahre später folgt die französische Ausgabe, heute ist das Magazin in über zehn Sprachen weltweit erhältlich.
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1976: Übernahme der Filiale John Lobb
Hermès übernimmt die Pariser Filiale des britischen Schuhherstellers John Lobb und eröffnet weitere Niederlassungen, die weiterhin unabhängig vom Londoner Hauptsitz geführt werden.
Das Unternehmen lanciert seine erste Herren-Prêt-à-porter-Kollektion; eine Damenlinie folgt erst Ende der 1980er Jahre. -
1978: Unternehmensübergang an den Urururenkel
Jean-Louis Dumas, Ururenkel von Thierry Hermès, übernimmt die Leitung des Hauses. Hermès erwirbt das Nachbargebäude an der 24 rue Faubourg Saint-Honoré und vergrößert damit sein Stammhaus. Gleichzeitig gründet das Unternehmen im schweizerischen Biel seine erste Uhrenfabrik, die La Montre Hermès SA.
Nachdem das verstaubte Image der Marke in den 1970er Jahren zu Umsatzeinbußen geführt hatte, sorgt Dumas für frischen Wind: Er erneuert die Kollektionen, holt junge Designer ins Haus, setzt auf moderne Werbekampagnen für neue Zielgruppen und treibt den Ausbau des Boutique-Netzwerks voran. Darüber hinaus etabliert der neue CEO eine eigene Uhrensparte und verbindet traditionelles Handwerk mit innovativen Produktlinien wie Motorradjacken aus Pythonleder oder Jeans aus Straußenleder. -
1984: Trend der Birkin-Handtasche
Als Schauspielerin Jane Birkin ihre Handtasche gegen ein Ledermodell von Hermès tauschte, war ein Klassiker geboren: die Birkin Bag. Entstanden sein soll die elegante und zugleich geräumige Tasche durch eine zufällige Begegnung zwischen der Schauspielerin und Jean-Louis Dumas auf einem Flug von Paris nach London. Heute zählt das Accessoire, erhältlich ab 5.750 Euro, neben der Kelly Bag zu den meistverkauften Produkten des Hauses.
Die Birkin Bag -
1987: Hermès feiert 150-jähriges Jubiläum
Sein 150-jähriges Jubiläum feiert das Unternehmen mit einem spektakulären Feuerwerk auf der Pariser Pont-Neuf-Brücke. In diesem Jahrzehnt baut der Konzern seinen Einfluss auf die Zulieferer systematisch aus und übernimmt sie in großem Stil.
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1988: Claude Brouet leitet die Damenmode
Claude Brouet, ehemalige Chefredakteurin von Marie Claire in Frankreich, übernimmt in diesem Jahr die Leitung eines Damenmode-Designteams, dem unter anderem der spätere Bottega Veneta-Designer Tomas Maier angehört. Die Herrenmode verantwortet seit diesem Jahr Véronique Nichanian, die zuvor bei Nino Cerruti als Designerin tätig war.
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1990: Vielseitige Kollektion sorgt für steigende Umsatzzahlen
Bei der Übernahme durch Jean-Louis Dumas im Jahr 1978 lag der Umsatz des Unternehmens bei geschätzten 50 Millionen Dollar. Bis 1990 war er auf rund 460 Millionen Dollar angewachsen. Die Kollektion, zu der mittlerweile auch feines Porzellan und Kristalltafelgeschirr gehören, umfasst heute rund 30.000 Stücke.
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1992: Verlegung der Lederwerkstätten
Die Lederwerkstätten verlassen das 1. Obergeschoss in der Rue du Faubourg Saint-Honoré 24 und ziehen in den Pariser Vorort Pantin.
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1993: Börsengang des Unternehmens
Das Unternehmen geht an die Börse, wobei 80 % der Anteile in Familienbesitz verbleiben. Der Silberschmied Puiforcat wird in den Konzern eingegliedert.
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1995: Übernahme der Manufaktur Saint-Louis
Hermès erwirbt die Kristallmanufaktur Saint-Louis. Gleichzeitig reduziert das Unternehmen die Zahl seiner Franchise-Geschäfte von rund 250 auf 200 und erhöht im Gegenzug die Zahl der eigenen Filialen von 60 auf 100. Ziel dieser Strategie ist eine stärkere Kontrolle über das Produktangebot.
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1996: Eröffnung der ersten Filiale in China
Das Unternehmen eröffnet seine erste Filiale in Peking.
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1997: Produktion von Herrenschuhen
Das Unternehmen nimmt die Produktion von Herrenschuhen auf. Der belgische Designer Martin Margiela löst Brouet als Kreativdirektor für Damenmode ab.
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1999: Beteiligung an Jean-Paul Gaultier
Auf Initiative von Jean-Louis Dumas hielt Hermès zwischen 1999 und 2011 zunächst 35 % und zuletzt 45 % der Anteile.
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2000: Weltweite Expansion
Unter der Leitung von Jean-Louis Dumas eröffnet das Unternehmen zahlreiche Boutiquen, die sich harmonisch in die jeweilige lokale Kultur einfügen. Ab dem Jahr 2000 entstehen mehrere Maisons Hermès: an der Madison Avenue, im Tokioter Stadtteil Ginza (2001) sowie im Dosan Park in Seoul (2006).
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2002: Start des Onlinegeschäfts
In diesem Jahr lanciert Hermès einen Onlineshop in den Vereinigten Staaten – drei Jahre später folgt der Webauftritt in Frankreich.
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2003: Jean-Paul Gaultier kommt zum Unternehmen
Nach Martin Margiela wird Jean-Paul Gaultier neuer Damenmodedesigner bei Hermès und feiert sein Laufstegdebüt mit der Herbst/Winter-Kollektion 2004/2005. Im selben Jahr tritt Jean Louis Dumas zurück, und Patrick Thomas übernimmt die Geschäftsführung des Hauses.
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2004: Jean-Claude Ellena wird Chefparfümeur
Jean-Claude Ellena wird zum Chefparfümeur des Hauses berufen. Unter seiner Leitung entstehen mehrere Düfte, die bis heute Kultstatus genießen.
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2005: Pierre-Alexis Dumas wird künstlerischer Leiter
Mit Pierre-Alexis Dumas, dem Sohn von Jean-Louis Hermès, übernimmt die sechste Familiengeneration die Führung des Unternehmens.
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2006: Patrick Thomas – erster CEO ohne Familientradition bei Hermès
Von 2006 bis 2013 stand mit Patrick Thomas erstmals ein familienfremdes Mitglied an der Unternehmensspitze. Er war 1989 als Manager eingetreten und hatte von 2003 bis 2006 als Generaldirektor und rechte Hand von Jean-Louis Dumas fungiert. Unter seiner Führung wurde die strategische Métiers-Organisation dezentralisiert und das Unternehmen geografisch weltweit neu ausgerichtet. Darüber hinaus gestaltete er den Generationswechsel, bis Axel Dumas, der Neffe von Jean-Louis, 2013 den geschäftsführenden Vorstandsvorsitz übernahm.
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2007: Erneute Erweiterung des Flagshipstores in Paris
Mit dem Kauf der Liegenschaft 28 Rue Faubourg Saint-Honoré baut das Unternehmen seinen Flagshipstore in Paris erneut aus.
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2008: Gründung der Fondation d'entreprise Hermès
Pierre-Alexis Dumas initiiert die Gründung der Fondation d'entreprise Hermès, die vor allem in den Bereichen Kreation, Wissensvermittlung, Umweltschutz und Solidarität aktiv ist. Die Stiftung vergibt Preise, betreibt mehrere Ausstellungsräume für zeitgenössische Kunst und unterstützt junge Künstlerinnen und Künstler bei ihren Ausstellungen. Den Vorsitz führt Pierre-Alexis Dumas, künstlerischer Leiter von Hermès, unterstützt von Catherine Tsekenis.
Heute ist das Unternehmen in 14 Produktbereichen tätig: Leder, Schals, Krawatten, Herrenmode, Damenmode, Düfte, Uhren, Schreibwaren, Schuhe, Handschuhe, Emaille, Kunsthandwerk, Tafelgeschirr und Schmuck. Der Umsatz verteilt sich auf rund 30 % Lederwaren, 15 % Bekleidung, 12 % Schals und 43 % übrige Produkte. Um die vollständige Kontrolle über sämtliche Erzeugnisse zu wahren, vergibt Hermès keinerlei Lizenzen. -
2010: Christophe Lemaire löst Jean-Paul Gaultier ab
Jean-Louis Dumas, der langjährige Generaldirektor, stirbt in diesem Jahr nach langer Krankheit.
Christophe Lemaire tritt die Nachfolge von Jean-Paul Gaultier als Kreativdirektor an. Zuvor hatte er für Lacoste gearbeitet. Zum ersten Mal wird die Schmucklinie um eine Haute-Joaillerie-Kollektion ergänzt. Mit „petit h“ begründet Pascale Mussard, eine Nichte von Jean-Louis Dumas, ein Projekt, das den Schaffensprozess des Hauses bewusst umkehrt: Kunsthandwerker und Designer greifen auf ungenutzte Materialien aus der Manufaktur zurück und verwandeln sie in einzigartige Objekte, die von der außergewöhnlichen Handwerkskunst des Hauses zeugen.
Bei einem Umsatz von 2,4 Milliarden Euro erwirtschaftet das Unternehmen in diesem Jahr einen Nettogewinn von 422 Millionen Euro, ein Plus von 46 Prozent gegenüber dem Vorjahr. LVMH gibt bekannt, einen Anteil von 14,2 % an Hermès International erworben zu haben. Bis zum Jahresende erklärt der Konzern, bereits mehr als 20 % der Aktien zu halten und damit neben der Familie Hermès zum größten Anteilseigner aufgestiegen zu sein. Die Familie Hermès wertet dies als feindlichen Übernahmeversuch und fordert Bernard Arnault öffentlich zum Rückzug auf. -
2011: Rekordumsätze
Das Jahr markiert den bis dahin größten Erfolg in der Unternehmensgeschichte. Der Umsatz kletterte auf 2,84 Milliarden Euro, der Gewinn auf 594,3 Millionen Euro. Treiber war die gestiegene Nachfrage in sämtlichen Märkten, allen voran in China und den USA. Zudem bringt das Unternehmen Stoffe und Tapeten für den Wohnbereich auf den Markt.
Die französische Börsenaufsicht genehmigt der Familie Hermès, ihren 73-prozentigen Unternehmensanteil auf eine Familienholding zu übertragen, ohne das sonst übliche öffentliche Übernahmeangebot für die restlichen Aktien vorlegen zu müssen. Die Holdinggesellschaft sichert sich dabei zunächst eine Mehrheit von 50,2 % auf 20 Jahre, um eine feindliche Übernahme abzuwenden. -
2012: Axel Dumas wird CEO
Axel Dumas steht als sechste Generation der Gründerfamilie an der Spitze von Hermès und hat dieses Amt bis heute inne. Unter seiner Führung wurde 2014 die fünfte Maison Hermès in Shanghai eröffnet, hinzu kamen zahlreiche weitere Boutiquen weltweit. Seine Laufbahn im Unternehmen begann er als Prüfer in der Finanzabteilung von Hermès International, wechselte dann als Handelsdirektor für Frankreich in den Vertrieb und übernahm anschließend die Leitung der Schmucksparte als Generaldirektor. Weitere Stationen waren die Position des Directeur Général der gesamten Lederwarensparte sowie ab 2011 das Amt des Directeur Général des Opérations.
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2013: Rekordgewinne und Geldstrafe
Am Standort Pantin entsteht die Cité des métiers, ein groß angelegtes Erweiterungsprojekt mit mehreren Gebäuden, die durch fünf Themengärten miteinander verbunden sind. Ein Jahr später erhalten die Architekten von RDAI für dieses Projekt den silbernen Prix de l'Équerre.
Der Jahresumsatz erreicht 3,75 Milliarden Euro, der Gewinn liegt mit 1,21 Milliarden Euro deutlich über dem Niveau der Vorjahre. LVMH wird zu einer Geldstrafe von 8 Millionen Euro verurteilt, weil der Konzern vor 2010 erworbene Wandelanleihen in Hermès-Aktien statt in bar ausgezahlt hatte. -
2014: LVMH verkauft Anteile
Die französische Designerin Nadège Vanhee-Cybulski, zuvor bei Margiela und Céline tätig, folgt auf Christophe Lemaire.
Der Jahresumsatz erreicht 4,11 Milliarden Euro. LVMH gibt bekannt, seinen 23,5-prozentigen Anteil an Hermès für einen Gewinn von 2,4 Milliarden Euro an die eigenen Aktionäre veräußert zu haben. Nur noch 8,5 % der Anteile verbleiben in Bernard Arnaults privater Holdinggesellschaft Groupe Arnault. -
2015: Kooperation mit Apple
Hermès geht eine innovative Partnerschaft mit Apple ein und bringt die Apple Watch Hermès auf den Markt.
Das Unternehmen verzeichnet einen Umsatzanstieg von 9,7 % auf über 4 Milliarden Euro. Während die Erlöse in Europa und Japan jeweils um 7 % zulegten, wuchsen sie in den USA um 10 % und in Asien sogar noch deutlicher. -
2016: Einflussnahme durch LVMH
Die Familie Hermès hält als Gesellschafterin der Émile Hermès SARL insgesamt 65,1 % des Grundkapitals der Hermès International S.A. Ihre Stimmrechte belaufen sich auf 74,8 % bei Beschlüssen zur Ausschüttung des Jahresüberschusses und auf 77,2 % in allen übrigen Angelegenheiten. LVMH ist daneben mit 20,21 % der Aktien und 13,08 % der Stimmrechte beteiligt; hinzu kommen 0,39 % eigene Aktien sowie ein Streubesitzanteil von 16,61 %.
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2017: Handtasche mit Rekorderlös
Eine mattweiße „Himalayan“ Birkin 30 erzielte bei einer Christie's-Auktion in Hongkong einen Preis von 253.700 £. Die erst drei Jahre alte Tasche enthält 176,3 Gramm 18-karätiges Weißgold und ist mit Diamanten von insgesamt 10,23 Karat besetzt.
Im Zuge der Digitalstrategie wurde die Website Hermès.com vollständig überarbeitet und die Omnichannel-Strategie weiter ausgebaut. Unter der Führung von Axel Dumas stellt sich Hermès auf das neue Zeitalter der vernetzten Kundschaft ein. -
2018: Aufnahme in den CAC 40
Hermès International wird in den CAC 40 aufgenommen – intern gilt dies als klare Bestätigung der familiären Aktionärsstruktur, die großen Wert auf Kreativität und Qualitätsproduktion in Frankreich legt. Mit der Eröffnung der Boutique in der Dubai Mall entsteht die bis dahin größte Filiale in der Unternehmensgeschichte.
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2019: Eine der erfolgreichsten Marken der Welt
Das Unternehmen eröffnet seine erste Boutique in Warschau, Polen. Forbes listet Hermès auf Platz 33 der wertvollsten Marken weltweit.
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2020: Gründung der Beauty-Sparte
Mit der ersten Kollektion „Rouge Hermès“, die die Schönheit der Lippen feiert, präsentiert das Unternehmen seine 16. Produktlinie – das Ergebnis von fünf Jahren Forschung und Entwicklung.
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2021: Eröffnung der École Hermès des Savoir-Faire
In der Gironde eröffnet das Unternehmen seine 19. Lederwerkstatt. Außerdem gründet Hermès die École Hermès des Savoir-Faire (CFA), an der Auszubildende das nationale Diplom für Lederverarbeitung (CAP Maroquinerie) erwerben können. Im selben Jahr veröffentlicht das Farm Transparency Project ein Video, das die grausamen Haltungsbedingungen von Krokodilen auf australischen Farmen dokumentiert.
Bei den WIPO World Intellectual Property Indicators erreicht Hermès mit 68 Designregistrierungen im Haager System Platz 7. Damit hat das Unternehmen 2020 mehr als doppelt so viele Designs angemeldet wie im Vorjahr, als es mit 27 Registrierungen auf Platz 15 lag. -
2022: Axel Dumas ist der zweitreichste Franzose
Axel Dumas ist mit einem Vermögen von 86 Milliarden Euro der zweitreichste Franzose.
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2023: Schadensersatz nach Urheberrechtsverletzung
Hermès gewinnt den MetaBirkins-NFT-Prozess gegen Mason Rothschild. Ein New Yorker Gericht verurteilt den Künstler zur Zahlung von 133.000 US-Dollar wegen Urheberrechtsverletzung durch digitale Abbildungen der Birkin-Tasche.